Seit dem Schuljahr 2012/13 werden die Wahlpflichtfächer im Rahmen eines Schulversuchs modular in Form von Semesterkursen geführt. Die Modellbeschreibung sowie die angebotenen Module finden Sie im Modulverzeichnis.

Das zentrale Anliegen der Wiedner Oberstufe ist es, unseren Schülerinnen und Schülern neben einer fundierten Allgemeinbildung auch grundlegende Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln. Dadurch soll ihnen der Einstieg in ein Hochschulstudium oder in das Berufsleben wesentlich erleichtert werden.

5. Klasse: Vorwissenschaftliches Erkunden

Mit dem »Vorwissenschaftlichen Erkunden« (kurz VWE), ermöglichen wir unseren SchülerInnen einen ersten Einstieg in eigenverantwortliches, forschendes Lernen und geben ihnen die Möglichkeit, ihre Interessen und Kompetenzen auf diesem Gebiet erstmals in umfassenderer Weise zu erkunden und auszubauen.

Im ersten Semester haben die SchülerInnen den Auftrag, eigenständig ein Thema sowie eine Betreuung auszuwählen, mögliche Leitfragen dazu zu formulieren und diese schriftlich zu reflektieren. Ferner erstellen sie eine Liste mit zehn zum Thema recherchierten Quellen und fassen einen zu ihrem Thema gehörenden wissenschaftlichen Text zusammen. Im zweiten Semester schreiben die SchülerInnen einen kurzen wissenschaftlichen Aufsatz zu einer ihrer gewählten Leitfragen (5.000 bis 7.000 Zeichen). Bis Ende Mai muss das Thema im Rahmen des Unterrichts präsentiert werden (ca. 5min). Die erbrachte Gesamtleistung fließt in die Mitarbeitsnote des zum Thema passenden Unterrichtsfachs ein.

6. Klasse: Vorwissenschaftliche Semesterarbeit

Nach den ersten »Gehversuchen« in den 5. Klassen wird das wissenschaftliche Programm in der 6. Klassen inhaltlich intensiviert und verstärkt in Richtung VWA ausgerichtet. Alle SchülerInnen der 6. Klassen haben das VWA-Wahlmodul am Stundenplan (wöchentlich und einstündig).

Die drei wesentlichen Modulinhalte bestehen aus der Entwicklung wissenschaftlicher Kompetenzen, der Vorbereitung auf die VWA sowie der Begleitung der SchülerInnen bei ihrer Arbeit. Darüber hinaus gibt es Einführungen in wissenschaftliche Bibliotheken (vor allem die Universitätsbibliothek). Die »vorwissenschaftliche Semesterarbeit« kurz VWS), zu einem selbstgewählten Thema und bei einem selbstgewählten Betreuuer ist im Sommersemester zu verfassen (16.000 bis 24.000 Zeichen). Für die Arbeit gibt es einen Erstabgabetermin für Rückmeldung und Korrekturen sowie einen finalen Zweitabgabetermin. Nach einer Präsentation im Fachunterricht fließt die Arbeit in die Mitarbeitsnote des jeweiligen Faches ein. Die SchülerInnen bekommen ihre VWS darüber hinaus im Zeugnis ausgewiesen.

7. Klasse: VWA-Tage

In dieser Schulstufe beginnen die Vorbereitungen für die »echte« VWA: Themen- und Betreuerwahl sowie das Einreichen des Erwartungshorizontes beim Stadtschulrat stehen auf dem Programm.

Um unseren SchülerInnen eine Starthilfe für ihre VWA zur Matura zu geben und sie dazu zu motivieren, am besten gleich in den Sommerferien mit den Arbeiten an ihrer VWA loszulegen, haben wir nach Notenschluss die VWA-Tage organisiert: Verteilt über sechs Tage finden statt des regulären Unterrichts eine Vielzahl von Workshops zu wissenschaftlichen Themen statt, von Schreibetechniken über Zitierweisen bis hin zum Erfahrungsaustausch mit ehemaligen SchülerInnen. Alle SchülerInnen müssen mindestens fünf dieser Workshops besuchen, die verbleibende Zeit dürfen sie selbstständig zur Arbeit für ihre VWA nützen (Recherche, Exzerpte etc.).

8. Klasse: Fertigstellen der VWA

  • Fremdsprachen-Wettbewerbe
    • Englisch
    • Französisch
    • Italienisch
    • Latein
    • Russisch
    • Spanisch
  • Olympiaden
    • Chemie
    • EUSO ("European Science Olympiade")
    • Mathematik
    • Physik
    • Philosophie
  • Sportliches Angebot
    • Basketball
    • Handball
  • Schulsanitätsdienst – Erste-Hilfe-Wettbewerb

Unsere Ziele bestehen darin, die Eigenverantwortung und Selbstkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken, sie sollen in der Lage sein, auch Verantwortung für andere zu übernehmen. Wesentlich ist für uns das Vertrauen auf die Fähigkeit, den Willen und das Durchhaltevermögen, Verantwortung zu übernehmen. Dabei wollen wir unsere SchülerInnen unterstützen. Die Akzentuierung soll auch einen Anreiz zum Bleiben am Wiedner Gymnasium und zum Kommen an das Wiedner Gymnasium bieten.

Das Wiedner Gymnasium ist eine AHS, die sich in einer »Nische« positionieren, aber trotzdem jeden Gymnasiasten ansprechen will. Nach Absolvierung der Matura an unserer Schule verfügt man über ein gutes Allgemeinwissen, aber hat genauso Zusatzkompetenzen in den Bereichen »Gesundheit und Verantwortung« erworben. Diese Kompetenzen sind auch dienlich für die weitere universitäre bzw. berufliche Entwicklung. Auch wenn man nie in diesen Bereichen tätig wird, hat man sich wesentliche Dinge für den weiteren Lebensweg (auch relevant für das Curriculum Vitae) angeeignet!

Am Beginn der 5. Klasse finden die »Ankommenstage« statt, gefolgt vom Unterichtsfach »Verantwortung« (eine Wochenstunde). Die Umsetzung der Akzentuierung basiert auf den folgenden vier Säulen:

  • Curricularer Unterricht: Alle Fächer / LehrerInnen verpflichten sich, einschlägige Inhalte in ihrem Unterricht zu behandeln. Die SchülerInnen sind in mehreren Fächern in jedem Jahr (5. bis 8. Klasse) mit spezifischen Inhalten des Akzentuierungsthema befasst.
  • Wahlmodule: Spezifische, im Modulverzeichnis gekennzeichnete Wahlmodule werden angeboten. Die  SchülerInnen sind verpflichtet, mindestens eines davon zu absolvieren (6. bis 8. Klasse).
  • Extracurriculare Aktivitäten (Praktikum): Diese Aktivitäten finden innerhalb und/oder außerhalb der Schule statt. Sie sind nicht in den Unterricht integriert. Mindestens 20 Stunden sollen in der Oberstufe (5. bis 8. Klasse) absolviert werden. Die SchülerInnen sollen Verantwortung übernehmen und selbst geeignete Institutionen auswählen. Dabei werden sie von der Schule im Fach Verantwortung unterstützt. In Ausnahmefällen stellt die Schule den Kontakt zu Institutionen her. Nach dem Praktikum ist eine schriftliche Reflexion abzugeben.
  • Haltung / Spirit der gesamten Schule: Wir ändern bzw. »akzentuieren« ganz bewusst unser Verhalten. Das hat nichts mit Noten oder schulischem Erfolg zu tun – wir übernehmen Verantwortung! Wir möchten die Haltung, die wir fördern, auch im Alltag leben, also Verantwortung für uns selbst und andere übernehmen. Angefangen bei Kleinigkeiten, wie das Sessel am Ende des Unterrichtstags auf die Tische zu stellen, um die Arbeit des Reinigungspersonals zu unterstützen, bis hin zu adäquatem Reagieren bei Konflikten oder Notfällen. Auch das Bemühen um gesunde Ernährung und Konsumverhalten unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit gehört dazu.