Am Freitag, den 27.09.2019, durften wir den KZ-Überlebenden Stanisław Zalewski an unserer Schule begrüßen. Hr. Zalewski schilderte uns in bewegenden Worten sein dramatisches Schicksal, das er während des 2. Weltkriegs erdulden musste.

Stanisław Zalewski, Jahrgang 1925, erlebte als 14-Jähriger den Überfall der Wehrmacht in Warschau und tauchte in den folgenden Jahren in den Untergrund ab. Dabei hatte er Kontakt zu diversen Widerstandsgruppen. Im September 1943 wurde er von der Gestapo verhaftet, und nun begann für Hr. Zalewski eine 545-tägige Odyssee, die ihn in mehrere Konzentrationslager führte. Nach den Stationen Pawiak, Auschwitz und Mauthausen landete Hr. Zalewski schließlich in den Lagern Gusen 1 und Gusen 2 – Orte, die er als »Vororte der Hölle« bezeichnete. Er erklärte dabei einige der unzähligen Schikanen, die er und seine Mitgefangenen erleiden mussten. So schilderte er etwa die Sklavenschinderei, die in den unterirdischen Arbeitslagern von St. Georgen vollzogen wurde. Gleichsam erschreckend wie erschütternd waren seine Ausführungen zum Überlebensalltag der KZ-Häftlinge, wo Tod bzw. Mord omnipräsent waren. Hr. Zalewski erlebte die Befreiung des Lagers Gusen 2 am 5. Mai 1945 durch US-amerikanische Truppen. Auch nach dem Ende der Torturen durch die Nazis starben in den österreichischen Lagern noch tausende Häftlinge an Erschöpfung bzw. diversen Krankheiten. Hr. Zalewski meinte, dass er nur deswegen am Leben geblieben sei, weil er nach der Befreiung darauf verzichtete, große Mengen an Essen zu verzehren. Nach einem 72-tägigen Fußmarsch von Nürnberg nach Warschau gelangte er dann in eine völlig zerstörte Heimat und musste noch vom Tod seines Bruders und seiner Mutter erfahren, die im Krieg umgekommen waren.

Hr. Zalewski hat seine Erinnerung in einem Buch zusammengefasst. Darin heißt es zum Schluss: »Heutzutage sind die Menschen in vielen Weltregionen vom Fanatismus der politischen, rassistischen oder persönlichen Dominanz besessen. Sie begehen bewaffnete Angriffe, um ihre Ziele zu erreichen. Tausende Menschen fallen diesen Gewalttaten zum Opfer, daher können die Gewalttaten als Völkermorde bezeichnet werden. Ist die tragische Geschichte des Zweiten Weltkriegs keine Warnung für die Menschheit? Diese Worte richte ich als besondere Botschaft an alle, die im unabhängigen Polen geboren wurden und leben. Ich glaube an den Menschen! Und ich weiß, dass einem nur ein anderer Mensch Glück bereiten kann, es muss aber ein Mensch sein.«

Im Namen der Schule möchten wir uns herzlich bei Stanisław Zalewski bedanken!